So nehmen Sie besseren Interviewton auf

Ob es sich um einen „Talking-Head“-Beitrag direkt in die Kamera, einen kurzen O-Ton für die Lokalnachrichten oder eine geschäftige Messeveranstaltung handelt – ein Interview aufzunehmen, ist eine der effektivsten Möglichkeiten, eine authentische Geschichte zu vermitteln. Leider kann die passende Ausrüstung je nach Aufgabe ebenso unterschiedlich ausfallen wie die Aufgabe selbst. Wie finden Sie also heraus, welche Audioaufnahmegeräte am besten geeignet sind?

In diesem Beitrag besprechen wir einige der wichtigsten Herausforderungen bei der Aufnahme hochwertiger Tonaufnahmen in gängigen Interviewsituationen und welche RØDE Mikrofone und andere Ausrüstung Ihnen helfen, das Beste aus jeder Situation herauszuholen.

Setup eins: Der Talking Head

Typischerweise zeigt eine „Talking-Head“-Interviewsituation eine oder mehrere Personen, die der Kamera zugewandt sind und direkt in sie sprechen. Häufig ist das Bild so kadriert, dass nur Kopf und Schultern der jeweiligen Person zu sehen sind; manchmal wird auch auf den Interviewer in einer ähnlich kadrierten Gegeneinstellung geschnitten.

Dieser enge Bildausschnitt um die Person herum ist in Kombination mit einer festen Position ideal für die Platzierung des Mikrofons. Sie können das Mikrofon optimal positionieren und müssen sich keine Sorgen machen, dass sich die Person aus ihrer Position bewegt.

Unabhängig davon, wo Sie sich befinden – in einer ruhigen Umgebung, einem lauten Raum oder im Freien – besteht das Hauptziel darin, den gesprochenen Dialog der Person so klar wie möglich aufzunehmen und sämtliche Umgebungsgeräusche auszublenden oder zu unterdrücken.

Für diese Situation würden wir entweder ein Richtrohrmikrofon oder ein Lavaliermikrofon wählen. Hier ist der Grund:

Vorteile eines Richtrohrmikrofons

Richtrohrmikrofone sind dafür ausgelegt, Ton aus größerer Entfernung aufzunehmen, während sie knapp außerhalb des Kamerabilds positioniert werden. Die stark gerichtete Richtcharakteristik eignet sich perfekt, um den aus einem bestimmten Bereich kommenden Ton zu fokussieren – genau das, was wir in dieser Situation benötigen.

Wenn die Person während des Interviews stillsteht, können Sie ein Richtrohrmikrofon am Ende einer langen Halterung befestigen und es einige Zoll vor und oberhalb der Person, knapp außerhalb des Bildausschnitts, positionieren. Von dort aus richten Sie es nach unten auf den Mund der sprechenden Person.

Falls sich die Person während der Aufnahme bewegen oder gehen muss, wird normalerweise eine Tonangel benötigt. Diese muss von einer erfahrenen Tonangeln-Bedienperson geführt werden, damit das Mikrofon stets nah an der Person bleibt – wiederum typischerweise oberhalb und davor –, ohne jemals ins Bild zu geraten.

Vergewissern Sie sich, dass Ihre Kamera oder Ihr Audioaufnahmegerät das Mikrofon bei Bedarf mit 48-Volt-Phantomspeisung versorgen kann. Einige Richtrohrmikrofone, etwa das RØDE NTG2, können auch mit AA-Batterien betrieben werden, während das RØDE NTG4+ über einen integrierten Lithium-Akku verfügt. Wenn Sie Ihre Stromquellen vor dem Dreh testen, ersparen Sie sich vor Ort viel Ärger!

Vorteile eines Lavaliermikrofons

Lavaliermikrofone wie das RØDE Lavalier sind äußerst klein und dafür ausgelegt, einfach am Hemd- oder Jackenkragen der Person befestigt zu werden. Dadurch befinden sie sich sehr nah am Mund und bieten folglich ein sehr gutes Signal-Rausch-Verhältnis – ideal für diese Situation.

Das Befestigen des Lavaliermikrofons an der Person sowie das Verlegen der Kabel zum digitalen Aufnahmegerät oder das Einrichten eines Funksystems nimmt etwas Zeit in Anspruch. Daher eignen sich Lavaliermikrofone typischerweise eher für Interviews mit ausreichender Vorbereitungszeit als für spontane „Run-and-Gun“-Drehs.

Weitere Informationen zu Lavalier-Techniken finden Sie in unserem zugehörigen Blogbeitrag „Lavalier montage: Bewährte Vorgehensweisen“.

Setup zwei: Interviews auf Messen

Bei einer eher ungezwungenen, schnelllebigen oder spontanen Interviewsituation, in der zwei oder mehr Personen in die Kamera sprechen (etwa auf einer Messe oder bei einer Live-Nachrichtenberichterstattung), müssen wir einen völlig anderen Ansatz wählen, um klaren, hochwertigen Ton aufzunehmen. In solchen Fällen gibt es möglicherweise überhaupt keine Vorbereitungszeit, viele unerwünschte Hintergrundgeräusche und deutlich mehr Bewegung – der Interviewer muss eventuell mobil sein und sich frei im Raum oder im Außenbereich bewegen können.

Unter diesen Bedingungen betrachten wir eine mobilere Lösung: das Handmikrofon.

Vorteile eines Handmikrofons

Handmikrofone sind groß, sollen sichtbar sein und benötigen keine Einrichtungszeit. Dadurch eignen sie sich perfekt für schnelle Audioaufnahmen, bei denen Sie sich der Person nähern und sofort mit der Aufnahme beginnen müssen.

Sie werden am besten sehr nah an der ausgewählten Schallquelle eingesetzt, weshalb die Mikrofontechnik wichtig ist. Mikrofone mit Nierencharakteristik wie das RØDE M1 verfügen über eine sehr lokal begrenzte und gerichtete Aufnahme, daher müssen Sie dem Mund Ihres Talents extrem nahe kommen, um den Dialog klar aufzunehmen. Dies kann jedoch für das Publikum und auch für die Person ablenkend sein.

Als Alternative sind Mikrofone mit Kugelcharakteristik wie das RØDE Reporter dafür ausgelegt, zwischen zwei sprechenden Personen positioniert zu werden. Das ermöglicht einen fließenderen Übergang zwischen ihnen und erfordert weniger körperliche Bewegung.

Handmikrofone sind häufig nicht speisepflichtig und werden auch als dynamische Mikrofone bezeichnet. Das bedeutet, dass sie für den Betrieb keine 48-Volt-Phantomspeisung benötigen. Wenn Sie sich für ein Kondensatormikrofon entscheiden, müssen Sie unbedingt sicherstellen, dass Ihre Kamera oder Ihr Aufnahmegerät diese Speisespannung bereitstellen kann.

Sollten Sie eine Mikrofonflagge verwenden?

Da Handmikrofone höchstwahrscheinlich im Kamerabild und für das Publikum sichtbar sind, nutzen viele Interviewer diese Tatsache und bringen eine „Mikrofonflagge“ am Mikrofonkörper an. Das RØDE Reporter wird mit einer individuell gestalteten Mikrofonflagge geliefert, die oberhalb des Korbs sitzt und über eine beidseitige Fläche verfügt, auf der Sie Ihr eigenes Firmenlogo oder Markenmotiv anbringen können. Dies ist ein hervorragendes Hilfsmittel für geschäftige Messeveranstaltungen oder Presseansammlungen, bei denen Sie mit größerer Wahrscheinlichkeit von einer großen Menschenmenge gesehen werden.

Wie bei den meisten Aufnahmesituationen gibt es keine allgemeingültige Regel dafür, wie Sie eine Person mikrofonieren sollten. Wenn Sie auf einer Messe gern ein Lavaliermikrofon oder bei einem Gespräch im Sitzen ein Handmikrofon verwenden möchten, tun Sie das ruhig! Solange der resultierende Ton klar und verständlich ist, bleibt Ihr Publikum mit größerer Wahrscheinlichkeit während des gesamten Interviews aufmerksam.