Hinter den Kulissen von Weezers Toto-„Africa“-Video-Clip Dreh

Blackmagic Design entwickelt einige der weltweit besten Tools für Filmproduktionen, Postproduktion und TV-Übertragungen. Wenn du Filmemacher bist, hast du wahrscheinlich schon einmal von einer ihrer Kameras geträumt. Wir jedenfalls schon.

Außerdem sind sie ein erstklassiger Partner des diesjährigen My RØDE Reel – ihre URSA Mini Pro , die Pocket Cinema Camera 4K und weitere fantastische Produkte gehören zu den coolsten Preisen des diesjährigen Wettbewerbs. 

Im Folgenden sprechen wir mit Jade Ehlers von Crush Music, einer Hälfte des Regieteams hinter dem Musikvideo zu Weezers Cover von Totos Africa – einer Neuinszenierung ihres Videos von 1994 zu Sweater Song, in dem niemand Geringeres als Weird Al Yankovic mitspielte und das mit Blackmagic RAW und der URSA Mini Pro gedreht wurde. Jade erzählt, wie das Video entstand, welchen Herausforderungen sie sich beim Dreh eines One-Take-Videos stellen mussten und wie Blackmagic sie in der Postproduktion rettete. 

Wie bist du an dem Projekt beteiligt worden?

Brendan und ich arbeiten beide bei Crush, der Managementfirma der Band, und betreuen die kreative Ausrichtung von Weezer. Als es also an der Zeit war, ein Video zu produzieren, präsentierten wir der Band einfach unsere Idee und nahmen Kontakt zu Al („Weird Al“ Yankovic) auf – und alles fügte sich zusammen.

Wie entstand die Idee, das Musikvideo zu Sweater Song nachzustellen? 

Die ursprüngliche Idee war scherzhaft, Weird Al den Flashdance-Song nachstellen zu lassen. Nach der Kontaktaufnahme war er es jedoch, der vorschlug, Sweater Song zu machen und sich als Rivers [Cuomo] zu verkleiden. 

Wie gehst du an die Zusammenarbeit mit Künstlern heran, die bereits einen etablierten Stil haben – ist der Prozess eher kollaborativ, oder richtet ihr euch nach ihrer Vision?

Bei der Regie und kreativen Arbeit für oder mit Künstlern geht es im Grunde darum, sicherzustellen, dass ihre Marke und Vision zum Ausdruck kommen. Solange man das die ganze Zeit im Blick behält, ist es normalerweise ein unkomplizierter Prozess. Schwierig wird es meiner Erfahrung nach, wenn andere Interessen mit im Spiel sind. 

Gerade bei diesem Dreh war Weezer für die Idee zu haben, da sie von Al ausging, und die Band war einfach begeistert, ihn in das Konzept einzubeziehen. Danach war die Zusammenarbeit mit Al intensiver, insbesondere bei der Frage, in welcher „Ära“ der Band wir ihn einkleiden wollten. Außerdem betrug unser Budget nur ein Zehntel des Budgets für das ursprüngliche Sweater Song-Video, also mussten wir uns überlegen, wie wir die Energie aufrechterhalten konnten. Zum Glück brachte Al seine typischen Bewegungen ein – und das war mehr als genug! 

Was war in der Vorproduktion alles erforderlich, und worin unterschied sie sich von anderen Drehs?

Die Produktion verlief ziemlich standardmäßig. Der einzige Unterschied war, dass wir mit einem so großen Namen wie Al arbeiteten und zusätzliche Anproben durchführen mussten, damit die Perücken richtig saßen. Am Ende probierten wir zwei verschiedene Perücken aus, um die richtige zu finden. Ich muss also sagen, dass ich bei diesem Projekt einiges über Perücken gelernt habe.

Sowohl dieses als auch das ursprüngliche Musikvideo zu Sweater Song sind dafür bekannt, in einer einzigen Einstellung gedreht worden zu sein. Wie geht man an einen solchen Dreh heran, und welchen Herausforderungen musstet ihr euch stellen?

Tatsächlich gibt es in beiden Videos einen Schnitt beim Übergang vom Flur ins Studio. Damit wir es ähnlich umsetzen konnten, mussten wir aus Stellwänden einen Flur bauen, der uns einen ähnlichen Weg wie im Originalvideo ermöglichte. One-Takes machen wirklich Spaß – ehrlich gesagt gehören sie zu meinen Favoriten, weil sie einem das Sicherheitsnetz des Schnitts nehmen. Man muss also genau darauf achten, dass die musikalischen Akzente im richtigen Moment sitzen und interessante Bewegungen stattfinden, damit die Zuschauer aufmerksam bleiben. 

Nachdem wir uns für Sweater Song entschieden hatten, gingen Brendan und ich alle musikalischen Akzente durch und entwickelten einen Beleuchtungsbogen für die Enthüllung von Als Akkordeon und so weiter. Die größte Herausforderung war die Beleuchtung: Aufgrund von Budgetbeschränkungen konnten wir die Lichter nicht triggern, also mussten unsere Grip-, Elektro- und Produktionsassistenten über Funkgeräte verschiedene Leuchten per Hand an Dimmern steuern. Es dauerte eine Weile, bis alle aufeinander eingespielt waren, denn zwei Personen steuerten vier Leuchten, während eine Person in einer Ecke versteckt war und weder die Bühne noch die anderen Beleuchter sehen konnte. Deshalb mussten wir ihm über die Musik hinweg zum richtigen Zeitpunkt per Funk „An!“ und „Aus!“ zurufen – das war ziemlich schwierig! Außerdem hatten die Leuchten an unserer Rückwand eine Verzögerung beim Wiedereinschalten, nachdem sie heruntergedimmt worden waren. Deshalb mussten wir ND-Folien besorgen und die Glühbirnen damit umwickeln, damit die niedrigste Beleuchtungsstufe vor dem Ausschalten bereits wie ausgeschaltet wirkte.

Wie viele Takes waren nötig, bis alles stimmte?

Wir haben das tatsächlich in drei Takes gedreht. Ich erinnere mich nur daran, dass Al großartig war. Nachdem der Song zu Ende war und ich „Cut“ gerufen hatte, kam er zu mir, sagte: „Das ist der Take“, begann sein Hemd aufzuknöpfen und meinte: „Ich glaube nicht, dass ich diese Performance noch übertreffen kann.“ Danach beendeten wir den Dreh und waren vier Stunden früher fertig! 

Wie groß war der Unterschied bei der Postproduktion durch den Dreh mit Blackmagic RAW?

Ehrlich gesagt hat uns Blackmagic RAW aufgrund unserer Beleuchtungsprobleme gerettet, weil wir die ISO-Einstellung in der Postproduktion ändern konnten. Ich exportierte den Take dreimal mit ISO 400, 800 und 1600 und setzte an verschiedenen Stellen Crossfades ein, um die richtigen Belichtungen ineinander überzublenden. 

Wurde mit einer einzigen Kamera gearbeitet, oder gab es mehrere Einheiten für den Dreh?

Nur eine Kamera, die URSA Mini Pro.

Welchen Rat würdest du Filmemachern geben, die gerade anfangen und darüber nachdenken, selbst bei einem Musikvideo Regie zu führen?

Mein wichtigster Rat ist, sich bewusst zu machen, dass man nicht alles allein schaffen kann, und ein Team aufzubauen, dem man vertraut und mit dem man gerne arbeitet! Dann einfach anfangen, kreativ zu werden und zusammenzuarbeiten! Ich habe viele Videos gemacht, bei denen ich den größten Teil allein übernommen habe – und das waren einige der schlechtesten Videos, weil ich mich zu sehr verzettelt habe. Jeder hat am Set aus einem bestimmten Grund eine Rolle, und man muss nicht in allem der Beste sein.

Die Kategorie „Musikvideo“ von My RØDE Reel bringt immer wieder unglaubliche Beiträge hervor (sieh dir Sound of Science aus dem Jahr 2016 an!). Wenn du darüber nachdenkst, bei My RØDE Reel mitzumachen, dann leg los! Einsendeschluss ist der 28. August. Reiche deinen Film hier ein.