So erzielen Sie bei jedem Dreh die perfekte Belichtung – mit dem preisgekrönten Filmemacher Ollie Kenchington
Ollie Kenchington ist ein preisgekrönter Filmemacher und hoch angesehener Trainer für Filmproduktion und Postproduktion. Er ist Inhaber und Senior-Colorist bei Korro Films (einer preisgekrönten Filmproduktionsagentur mit Sitz im Vereinigten Königreich) sowie Gründer und leitender Dozent der Kurro Academy (einem von Blackmagic Design zertifizierten Trainingspartner, der Color-Grading-Schulungen und vieles mehr anbietet).
Außerdem ist er Dozent bei Mzed, einer der führenden Online-Bildungsplattformen für Filmemacher, und ein stolzer Partner von My RØDE Reel. Einer der von ihm unterrichteten Kurse ist Directing Colour. Darin wird untersucht, wie visuelle Sprachsignale, Farbtheorie und Color-Grading-Techniken während des gesamten Filmprozesses eingesetzt werden können, um nicht nur einen „Look“ zu erzeugen, sondern auch das Storytelling zu verbessern. Der Kurs ist KOSTENLOS, wenn Sie das My RØDE Reel-Starterpaket herunterladen (normalerweise kostet es 79 $!).
Im Folgenden verrät Ollie seine Tipps, wie Sie bei einem Dreh die perfekte Belichtung erzielen.

„Wenn man als Filmemacher anfängt, kann es entmutigend sein, viel Zeit mit den Aufnahmen zu verbringen und dann festzustellen, dass sie am Drehtag nicht so gut belichtet waren wie gedacht. Als RØDE mich also bat, einige wichtige Tipps für Filmemacher zusammenzustellen, wollte ich mich auf diesen besonderen Aspekt des Filmens konzentrieren …“
So erzielen Sie bei jedem Dreh die perfekte Belichtung
Wenn es um die Belichtung geht, gibt es ein paar einfache Tricks, mit denen Sie sie jedes Mal direkt in der Kamera perfekt hinbekommen. Wenn Sie eine Graukarte wie die X-Rite ColorChecker Video oder ein ähnliches Hilfsmittel haben, sollten Sie darauf zwei Bereiche finden, die Sie verwenden können.
Der eine ist ein Grau mit 18 % Reflexion, der andere ein Weiß mit 90 % Reflexion. Wenn Sie diese Karten in Ihrer Szene (dort, wo sich Ihr Motiv befindet) halten, können Sie anhand der integrierten Zebras Ihrer Kamera erkennen, wann sie korrekt belichtet sind. Für 18-%-Grau (auch Mittelgrau genannt) sollten Sie Zebra 1 auswählen und auf 50 % mit einer Toleranz von +/- 5 % einstellen.
Wenn Sie sich am Bereich mit 90 % Reflexion orientieren, sollten Sie Zebra 2 auswählen und auf 90 % einstellen. Wenn Ihre Szene nicht mehr als zehn Blendenstufen Dynamikumfang aufweist und Sie eine Standard-Gammakurve verwenden, sollten Sie damit jedes Mal perfekte und konsistente Ergebnisse erzielen.
Wenn Sie eine Szene mit mehr als zehn Blendenstufen Dynamikumfang aufnehmen, können Sie nach demselben Verfahren vorgehen. Sobald die Graukarte jedoch auf dem korrekten Pegel liegt, schalten Sie nacheinander alle anderen Gamma-Einstellungen Ihrer Kamera durch (z. B. Wide DR, C-Log, S-Log2 usw.), bis Sie eine Einstellung finden, bei der die zuvor ausgefressenen Lichter wieder Details zeigen.
Wenn keine dieser Einstellungen Details in den hellsten Lichtern sichtbar macht, bedeutet das einfach, dass der Dynamikumfang Ihrer Szene die Möglichkeiten Ihrer Kamera übersteigt. Dann müssen Sie den Dynamikumfang der Szene reduzieren. Dazu müssen Sie entweder die hellsten Lichter abschwächen (beispielsweise mit ND-Gel oder Stoff vor den Fenstern) oder die dunkelsten Schatten aufhellen (durch zusätzliche Leuchten), um das Niveau der Umgebungsbelichtung anzuheben.
Beachten Sie jedoch, dass das Anheben des Belichtungsniveaus bei Außenaufnahmen mit hellem Sonnenschein in der Szene sehr zeitaufwendig und/oder teuer werden kann!
Wenn Sie keine Graukarte dabeihaben, wird es natürlich schwieriger, die Belichtung so präzise einzustellen, da die reale Welt normalerweise keine perfekten Referenzen für 18 % und 90 % bietet. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, einen externen Monitor mit integriertem Belichtungsassistenten im Modus „Falschfarben“ zu verwenden.
Bei solchen Hilfswerkzeugen werden Farben über die Objekte in Ihrer Szene gelegt, damit Sie deren Helligkeit erkennen können. Auch wenn auf Ihrem Bildschirm viele Daten angezeigt werden, können Sie mit etwas Übung im Umgang mit einer Falschfarbenanzeige schnell sehr gut beurteilen, ob Ihr Motiv optimal belichtet ist – und auch, in welchem Verhältnis die Belichtung Ihres Motivs zu den anderen Bereichen Ihrer Bildkomposition steht.
Einige Kamerahersteller empfehlen, bei bestimmten Gammakurven überzubelichten, um Bildrauschen in den Schatten zu reduzieren. Wenn Ihnen empfohlen wird, Ihr Bild beispielsweise um zwei Blendenstufen zu überbelichten, können Sie dafür schnell und einfach alle oben genannten Empfehlungen befolgen und dabei einen ND-Filter mit zwei Blendenstufen verwenden (entweder intern oder als aufgesetzten Filter). Wenn Sie die normale Belichtung abgeschlossen haben, schalten Sie den ND-Filter mit zwei Blendenstufen einfach aus bzw. nehmen ihn ab – und Ihr Bild ist exakt um zwei Blendenstufen überbelichtet.
Wenn es schließlich darum geht, ein möglichst sauberes Bild zu erzeugen, empfiehlt es sich, die Kamera bei der Belichtung auf ihrer nativen bzw. Basisempfindlichkeit zu betreiben. Auf dieser Stufe wird in der Kamera keine zusätzliche Signalverstärkung (Gain) hinzugefügt, sodass Sie das sauberstmögliche Bild erhalten.
Wenn Sie nicht wissen, welcher ISO-Wert der Basisempfindlichkeit Ihrer Kamera entspricht, können Sie einen einfachen Trick anwenden: Stellen Sie die Kamera so ein, dass sie die Empfindlichkeit in Dezibel (statt in ISO) anzeigt, und vergewissern Sie sich, dass 0 dB angezeigt wird. 0dB entspricht keiner Verstärkung. Wenn Sie die Kamera also auf 0 dB einstellen und anschließend im Menü wieder die ISO-Anzeige aktivieren, entspricht der nun angezeigte ISO-Wert der Basisempfindlichkeit Ihrer Kamera.
Erfahren Sie mehr über die Kunst, die Farbgestaltung im Film zu meistern, und laden Sie Ollies Kurs Directing Colour herunter – KOSTENLOS, wenn Sie das My RØDE Reel-Starterpaket herunterladen.
Und erfahren Sie hier mehr über My RØDE Reel.