Ein Leitfaden zum Aufzeichnen von Remote-Interviews für deinen Podcast

Interviews sind das A und O vieler großartiger Podcasts – ganz gleich, ob ein Gast eingeladen wird, um über ein Thema zu sprechen, oder ob es sich um etwas eher „Vox Pop“ handelt, also Straßeninterviews und Ähnliches.

Idealerweise finden diese Gespräche persönlich statt, aber natürlich ist das nicht immer möglich. Wenn du keine Zeit dafür einplanen konntest, dass dein Gast zu dir ins Studio oder in den Aufnahmeraum kommt, oder du ihn nicht persönlich treffen kannst, musst du dein Interview remote über das Telefon oder eine App wie Skype führen. Das wirft für Podcaster eine Frage auf: Wie zeichnet man diese Gespräche auf?

jacob salamon from wisecrack

Jacob Salamon und der Bürohund von Wisecrack, Larry

Für Jacob Salamon, Gründer und Redakteur des in Los Angeles ansässigen Medienkollektivs Wisecrack und kreativer Kopf hinter beliebten Podcasts wie Show Me The Meaning! und Rick & Morty: The Squanch, sind Remote-Zuschaltungen für sein Team eine regelmäßige Herausforderung.

„Da die meisten unserer Autoren und Mitwirkenden über die ganze Welt verteilt sind, schalten wir häufig Teilnehmer in unsere Podcasts und Livestreams hinzu“, sagt er. „Tatsächlich wählt sich einer der Hauptmoderatoren unseres Filmpodcasts Show Me The Meaning! aus Sydney, Australien, ein, während sich viele unserer anderen Mitwirkenden aus verschiedenen Teilen des Landes zuschalten: Austin, Texas; Brooklyn, New York.“

Für die Aufzeichnung von Remote-Interviews gibt es verschiedene Ansätze. Salamon und sein Team nutzen eine ganze Reihe von Apps, um diese Aufgabe zu erledigen – jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen für unterschiedliche Situationen. Google Hangouts, Audio Hijack und Zencastr waren in der Vergangenheit allesamt nützliche Tools, doch in letzter Zeit nutzen sie zunehmend den RØDECaster Pro, um ihre Gespräche aufzuzeichnen. „Wir probieren jetzt die Bluetooth-Funktion des neuen RØDECaster Pro aus, die [das Aufzeichnen von Remote-Interviews] SUPER einfach macht!“

Der RØDECaster Pro macht es sehr einfach, Remote-Interviews aller Art zu integrieren. Mobilgeräte lassen sich problemlos über ein TRRS Kabel oder Bluetooth verbinden. Gespräche können dadurch entweder aufgezeichnet und zur späteren Verwendung gespeichert oder während eines Podcasts direkt gestreamt werden. Außerdem stellt das Gerät automatisch ein Mix-Minus-Signal bereit (dazu später mehr). Kein anderes Mischpult oder Audio-Interface ermöglicht die so einfache Integration von Telefongesprächen in Podcasts.

Im Folgenden sehen wir uns mit etwas Unterstützung von Salamon sowie Mike Dawson, der Stimme, dem Toningenieur und Co-Produzenten von The Adam Carolla Show, die wichtigsten Aspekte der Aufzeichnung von Remote-Gesprächen für Podcasts an.

DIE BESTE AUDIOQUALITÄT ERZIELEN

Das Ziel bei der Aufzeichnung von Remote-Interviews ist ein sauberer, klarer Klang. Dabei spielen einige Faktoren eine Rolle. „Das Wichtigste ist, sicherzustellen, dass jeder unserer Interviewpartner, Moderatoren oder Gäste über ein ordentliches Mikrofon verfügt und lokal aufzeichnet“, sagt Salamon.

Wenn dein Gast an einem Schreibtisch über eine App wie Skype interviewt wird, gibt es etwas mehr Spielraum, um die bestmögliche Klangqualität zu erzielen. Je mehr Zeit du vorher dafür hast, desto besser. „Wir bitten die meisten unserer Remote-Gäste, mit 24 Bit und 48 kHz aufzuzeichnen, und testen ihren Klang vorher – wir achten genau auf Clipping im Gain, Echos und Raumklang, den Abstand zum Mikrofon und Ähnliches.“

Bevor du den Anruf startest, solltest du sicherstellen, dass sich dein Gast an einem ruhigen und möglichst „toten“ Ort befindet. Wahrscheinlich steht ihm kein Studio zur Verfügung, aber Schlafzimmer, Büros und Räume mit Teppichboden funktionieren normalerweise sehr gut. Das kann bedeuten, dass du dich nach seinem Zeitplan richten musst, aber langfristig wird sich das auszahlen.

Wenn du das Interview über Skype, Google Hangouts oder eine andere Desktop-App führst, solltest du die Verwendung eines hochwertigen Mikrofons empfehlen – USB Mikrofone wie das RØDE NT-USB Mini sind eine hervorragende Option. Falls kein Mikrofon zur Verfügung steht, kannst du ein Headset oder Ohrhörer mit integriertem Mikrofon empfehlen, etwa die Modelle, die standardmäßig mit jedem iPhone geliefert werden. Diese verbessern die Audioqualität, sorgen dafür, dass dein Gast dich klar hört, und helfen, Verzögerungen und Rückkopplungen zu vermeiden.

Bei Remote-Interviews lässt sich eine geringere Audioqualität nie ganz vermeiden. Deshalb ist es wichtig, dass du auf deiner Seite alles tust, um dies auszugleichen: Achte auf ausgewogene Pegel, überwache das Gespräch über Kopfhörer (das hilft, Rückkopplungen zu vermeiden) und sprich deutlich, damit deine Fragen gut verstanden werden!

DEIN INTERVIEW VORBEREITEN

Im Vergleich zu einem normalen persönlichen Gespräch kann die Vorbereitung eines Remote-Interviews etwas mehr Zeit und Aufwand erfordern, damit alles reibungslos abläuft. Schon ein kleiner Zwischenfall kann ein großartiges Gespräch aus dem Takt bringen – deshalb ist es wichtig, vorher alle Punkte abzuhaken!

Halte dein Telefon bereit

Stelle sicher, dass dein Telefon geladen und zu 100 % funktionsfähig ist. Falls dein Telefon irgendeinen Defekt aufweist, leihe dir für das Interview ein anderes – du möchtest nicht riskieren, deine Aufnahme wegen eines fehlerhaften Smartphones oder eines leeren Akkus zu verlieren. Schalte Benachrichtigungen aus oder aktiviere den „Nicht stören“-Modus, um während des Gesprächs Ablenkungen zu vermeiden.

Informiere deinen Gast im Voraus

Vielleicht möchtest du dich vor dem Interview mit deinem Gast telefonisch abstimmen, um einige Details zu klären – zum Beispiel, ob er eine Sicherungskopie des Gesprächs aufzeichnen soll. „Ich empfehle dringend, vor dem Interview ein technisches Vorbereitungsgespräch zu führen. So lässt sich sicherstellen, dass der Remote-Gast über ein hochwertiges Mikrofon und eine kostenlose DAW auf seinem Computer verfügt (GarageBand oder Audacity funktionieren problemlos, wenn er sein Audio lediglich lokal aufzeichnen muss) und grundlegende Kenntnisse darüber hat, wie er sein eigenes Audio aufzeichnet“, sagt Salamon. „Wir haben ein kurzes Vorbereitungs-PDF erstellt, das wir neuen Gästen zusenden. Es enthält Anweisungen zum Herunterladen und Installieren der richtigen Software, zu den von uns empfohlenen Einstellungen und Präferenzen, zur richtigen Mikrofontechnik und mehr. So stellen wir ein gewisses Maß an Einheitlichkeit bei unseren Gästen sicher.“

Mache dich mit verschiedenen Apps vertraut

Im digitalen Zeitalter haben wir zahlreiche Möglichkeiten, uns remote mit anderen Menschen zu verbinden. Wahrscheinlich hast du eine persönliche Vorliebe dafür, wie du deine Gespräche führst. Trotzdem ist es sinnvoll, mit einer Reihe von Apps und Diensten vertraut zu sein. Die üblichen Videoanruf-Apps wie Skype und Zoom sind zwar bekannte Optionen, wir empfehlen jedoch, dir Dienste wie Riverside anzusehen, die speziell für die Aufzeichnung von Podcasts entwickelt wurden. Mit Riverside kannst du nicht nur Podcasts mit Remote-Gästen über die App aufzeichnen, sondern auch das Audio jedes Gastes separat für die Bearbeitung aufnehmen. Außerdem sind Funktionen wie Transkription, intelligente Bearbeitung und mehr integriert.

Mike Dawson, Stimme, Toningenieur und Co-Produzent von The Adam Carolla Show

Vermeide Videoanrufe

Alle oben genannten Apps bieten eine Videoanruffunktion. Auch wenn es verlockend sein mag, dein Interview per Video zu führen, damit es sich wie ein persönliches Gespräch anfühlt, raten wir davon ab! Videoanrufe benötigen deutlich mehr Bandbreite als reine Audioanrufe und können zu einer schlechten Klangqualität führen – ein Problem, mit dem du bei Remote-Interviews ohnehin bereits zu kämpfen hast.

„Meine Erfahrung ist, dass ich das digitale Schreien von Videoanrufen wie Skype hasse und eine Telefonleitung bevorzuge“, sagt der erfahrene Podcast-Produzent Mike Dawson. Denke daran: Gegen eine schlechte Aufnahmequalität lässt sich in der Postproduktion nicht viel ausrichten – halte dich daher davon fern!

Ein Hinweis zu Mix-Minus

Rückkopplungen und Verzögerungen sind deine größten Gegner bei der Aufzeichnung von Gesprächen jeder Art. Diese Probleme können aus verschiedenen Quellen stammen, lassen sich aber normalerweise mit einer Mix-Minus-Konfiguration beseitigen.

Was ist Mix-Minus? In der Audiotechnik handelt es sich um eine spezielle Mischpultkonfiguration, bei der der Mix des Ausgangssignals eines Anrufers alle Eingangssignale enthält – minus das eigene. Diese Technik wird häufig im Radio eingesetzt, damit Telefonanrufer während des Gesprächs mit einem Moderator und/oder anderen Gästen alles außer ihrer eigenen Stimme hören. Sie ist eine effektive Methode, um Rückkopplungen und Verzögerungen zu reduzieren, die bei der Aufzeichnung eines Telefongesprächs besonders störend sein können. Die Einrichtung einer Mix-Minus-Konfiguration mit einem herkömmlichen Mischpult ist jedoch relativ kompliziert.

Automatisches Mix-Minus ist nur einer der Gründe, warum der RØDECaster die bevorzugte Lösung für Podcaster aller Erfahrungsstufen ist. Kein anderes Gerät vereint so viele podcast-spezifische Funktionen in einer einzigen Einheit. Podcasting auf professionellem Niveau wird damit wirklich einfach. Erfahre hier mehr über den RØDECaster Pro.