„Nehmt euch nicht zu ernst“: Interview mit My RØDE Cast-Juror Jordon Lott
Zur Feier der Veröffentlichung der beiden aufregendsten neuen Produkte im Podcasting – des RØDECaster Pro Podcast Production Studio und des PodMic – Ende 2018 beschlossen wir, 2019 mit einem Paukenschlag zu beginnen und die erste Ausgabe von My RØDE Cast, unserem brandneuen Podcasting-Wettbewerb, zu starten.
Wir laden Podcaster aller Erfahrungsstufen ein, ihr Können zu zeigen und einen zweiminütigen Podcast einzureichen, um die Chance auf einen Anteil an Preisen im Gesamtwert von über 150.000 US-Dollar zu erhalten. Dazu gehören ein komplettes RØDE Podcasting-Studio mit einem RØDECaster Pro und PodMics sowie Kopfhörer von Urbanears, Abonnements von Adobe, SSDs von Angelbird und vieles mehr.
Der Podcast kann jedes Thema behandeln und in jedem Stil gestaltet sein – Interview, Talkshow, Dokumentation, ganz wie ihr möchtet! Die Gewinner werden von einer Jury ausgewählt. Gesucht werden Inhalte, die sie umhauen und Lust auf mehr machen (außerdem gibt es einen Publikumspreis, über den die Öffentlichkeit entscheidet).
Alle Jurymitglieder sind selbst Legenden der Podcasting-Szene, darunter Mike Dawson, Toningenieur, Co-Produzent und Stimme von The Adam Carolla Show; Jacob Salamon, Mitgründer und CEO von WISECRACK; sowie Jordon Lott, Content-Koordinatorin bei Acast – dem weltweit größten Podcasting-Marktplatz – und Produzentin des beliebten Podcast-Kanals The Thinkergirls.
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Wir haben uns mit Jordon über ihre Karriere bei der Suche nach großartigen Podcasts, ihre Erkenntnisse zur Erfolgsformel für eine hervorragende Sendung und die Entwicklung des Formats in den nächsten fünf Jahren unterhalten.
Hallo Jordon! Erzähl uns ein wenig über Acast und deine Rolle dort?
Ich bin Content-Koordinatorin bei Acast und bilde eine Hälfte des australischen Content-Teams. Zu meinen Aufgaben gehören die Suche nach neuen Podcast-Talenten, deren Migration auf unsere Plattform und anschließend die Betreuung als zentrale Ansprechpartnerin. Dank meines Hintergrunds in der Podcast-Produktion kann ich Podcaster außerdem bei Strategien zum Publikumswachstum unterstützen, da ich mir die entsprechenden Tipps und Tricks selbst durch harte Arbeit angeeignet habe.
Von welchen Strategien zum Publikumswachstum sprichst du?
Die beiden wichtigsten Punkte sind, soziale Medien zum Ausbau des Publikums zu nutzen und Analysen eurer Hosting-Plattform zur Verbesserung eurer Inhalte einzusetzen. Im Podcasting ist die Nutzung sozialer Medien sehr wichtig: Wenn ein Follower seine Freunde in einem Instagram-Post markiert, kann das zu einem neuen Abonnenten führen. Außerdem ist dies die effizienteste Möglichkeit, die Veröffentlichung einer neuen Folge anzukündigen. Auch die Analysen eurer Hosting-Plattform sind eine großartige Ressource, die ihr nutzen solltet. Wenn ihr beispielsweise seht, dass euer Publikum nur 75 % jeder Folge anhört, solltet ihr vielleicht kürzere Folgen veröffentlichen, um den Bedürfnissen eures Publikums gerecht zu werden.
Welche Gemeinsamkeit stellst du bei beliebten Podcasts auf der Plattform fest?
Die Verbindung zu ihrem Publikum. Das kann sich entweder im Ton durch eine gesprächsorientierte Herangehensweise im Podcast selbst zeigen oder über soziale Medien entstehen. Podcaster, die eine Verbindung zu ihren Hörern aufbauen, deren Feedback aufnehmen und die Inhalte mit ihnen diskutieren, sind am erfolgreichsten. Wenn ihr ein treues Publikum habt, werden eure Hörer auch ihre Freunde, Familienmitglieder und Kollegen zum Zuhören animieren. Untersuchungen zeigen, dass Mundpropaganda nach wie vor der wichtigste Weg ist, auf dem Menschen neue Podcasts zum Anhören entdecken. Podcaster sollten das nutzen.
Was ist deiner Meinung nach der wichtigste einzelne Faktor für einen großartigen Podcast?
Der Inhalt. Der Inhalt ist immer der wichtigste Aspekt eines Podcasts. Ihr könnt die beeindruckendste Stimme der Welt und das größte Produktionsbudget haben – wenn das Thema langweilig ist, werden die Hörer nicht einschalten. Natürlich ist die Produktionsqualität wichtig, aber eure Inhalte müssen fesselnd und zeitlos sein.
Welchen Rat hast du für alle, die mit dem Podcasting beginnen möchten oder gerade erst anfangen?
Investiert in ein gutes Mikrofon und nehmt euch nicht zu ernst. Hörer reagieren gut auf einen gesprächigen Tonfall. Ihr müsst euren Podcast also nicht überproduzieren oder vollständig skripten. Recherchiert außerdem vor der Aufnahme gründlich zu eurem Gast bzw. Thema. Nichts ist schlimmer, als unvorbereitet zu sein.
Du hast dich auch mit Filmemachen beschäftigt, richtig? Inwiefern sind Podcasts deiner Meinung nach Videos überlegen?
Ja, ich habe einen Bachelor of Creative Arts mit Schwerpunkt Film und Fernsehen. Lustigerweise hätte ich nie gedacht, dass ich einmal im Audiobereich arbeiten würde – und jetzt seht mich an! Was ich am Podcasting liebe, ist die Vielseitigkeit, die ein rein auditives Medium ermöglicht. Bei der Arbeit mit Video seid ihr durch das Bild eingeschränkt. Es kostet Geld, ein Set zu bauen oder ein historisches Ereignis auf dem Bildschirm nachzustellen, aber es kostet nichts, es in einem Podcast zu beschreiben.
Welche Rolle spielst du bei der Produktion des Podcast-Kanals The Thinkergirls?
Ich bin die Produzentin und Editorin des Podcast-Kanals The Thinkergirls. Zu meinen Aufgaben gehören das Vorschlagen und Buchen von Gästen, die Recherche zu den Gästen, die Bearbeitung des Audiomaterials, das Verfassen von Shownotes, der Upload zu Acast, das Veröffentlichen neuer Folgen auf der Website von The Thinkergirls und das Teilen der Veröffentlichung in sozialen Medien.
Ab welchem Punkt ist es deiner Meinung nach sinnvoll, einen eigenen Produzenten in die Entwicklung eines Podcasts einzubinden?
Ich denke, das hängt von euren eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten sowie eurem Zeitmanagement ab. Es sollte darum gehen, den eigenen Bedarf zu erkennen und eine Person zu finden, die diese Lücke schließt, statt jemanden nur um des Produzenten willen einzustellen. Die Produktion eines Podcasts umfasst so viele Facetten, dass ein Produzent im Team ein enormer Vorteil ist. In der Anfangsphase habt ihr jedoch möglicherweise noch nicht genug Arbeit, um die Einstellung eines Produzenten zu rechtfertigen.
Was hat dich an der Podcasting-Plattform gereizt, als du begonnen hast, dich mit diesem Format zu beschäftigen?
Ich bin tatsächlich über YouTube zum Podcasting gekommen. Ich war (und bin es immer noch!) ein großer Fan von Grace Helbig. Als sie einen Podcast startete, musste ich ihn anhören. Meine Arbeit mit The Thinkergirls war ähnlich: Ich mochte sie im Radio, entdeckte von dort aus ihren Podcast, und als ich sah, dass sie eine Produzentin suchten, musste ich mich bewerben. Über The Thinkergirls lernte ich Acast kennen. Als sich dann die Gelegenheit ergab, Podcasting zu meinem Vollzeitjob und meiner Leidenschaft zu machen, musste ich sie ergreifen.
Wohin wird sich das Podcasting deiner Meinung nach in den nächsten fünf Jahren entwickeln?
Podcasting wächst jeden Tag weiter, daher besteht für mich kein Zweifel, dass in fünf Jahren jeder wissen wird, was Podcasting ist. Werbetreibende erkennen zunehmend die Stärke von Podcasts, ein Publikum zu erreichen. Angesichts des anhaltenden Wachstums der Podcast-Hörerschaft und der kontinuierlichen Investitionen von Werbetreibenden hoffe ich, dass Podcasting in Australien so groß sein wird wie das Radio. Hoffentlich muss ich meinem Großvater nie wieder erklären, was „dieser Podcast-Unsinn“ ist!
Zum Schluss: Welche Podcasts hörst du derzeit besonders gern?
Derzeit gefällt mir Cher & Retweet vom LGBTQ+-Podcast-Netzwerk Melbourne Lipp Media sehr gut – darin geht es ausführlich um Chers absurden Twitter-Feed. Leichte Unterhaltung und einfache Lacher – ich bin ein großer Fan.
Außerdem freue ich mich sehr über eine brandneue Sendung aus Großbritannien: David Tennant Does A Podcast With... In der ersten Folge gibt es ein Interview mit Olivia Colman, und es ist wunderbar.
Schließlich habe ich gerade The Good Place: The Podcast am Stück durchgehört. Jede Folge entspricht einer Episode der Serie. Dabei wird die Episode mit Mitgliedern von Cast und Crew analysiert, um den kreativen Entstehungsprozess der Serie zum Leben zu erwecken. Wenn ihr ein Fan von The Good Place seid, kann ich diesen Podcast wärmstens empfehlen.
Einreichungen für My RØDE Cast sind ab sofort möglich und enden am 12. März 2019 um 12 Uhr mittags (AEST). Mehr über den Wettbewerb und Jordons Arbeit erfahrt ihr über die folgenden Links: