„Wenn ihr das schafft, wird es tausendmal besser“: Interview mit dem RØDE Reel-Juror und Filmemacher Ryan Connolly

Ryan Connolly ist eine echte Größe. Er steckt hinter Film Riot, dem heiligen Gral der YouTube-Kanäle für Anleitungen rund ums Filmemachen. Dort geht es um alles – von der Kameraführung über Spezialeffekte bis hin zum Drehbuchschreiben – mit zwei neuen Folgen pro Woche. Der Kanal umfasst fast 1.000 unglaublich informative Videos und ist im Grunde ein kostenloser Filmemacherkurs auf Abruf. Dass er 1,4 Millionen Abonnenten hat, überrascht daher nicht. Ryan ist außerdem als Filmemacher aktiv und hat bereits 15 großartige Kurzfilme realisiert – sein neuester, BALLiSTIC, könnte aus jedem aktuellen Hollywood-Blockbuster stammen. Insgesamt wurden seine Kurzfilme fast 10 Millionen Mal angesehen. Und als wäre das noch nicht genug, ist er Juror bei der Ausgabe 2019 von My RØDE Reel!

Im Folgenden erfahrt ihr, worin Ryans Schlüssel zur Produktion eines großartigen Kurzfilms liegt und welchen wichtigsten Tipp er für alle hat, die dieses Jahr bei My RØDE Reel mitmachen möchten.

Ryan Connolly am Set von BALLiSTIC.

Worauf freust du dich bei der diesjährigen Bewertung des Wettbewerbs am meisten?

Definitiv auf all die Ideen. Bei jedem großartigen Kurzfilmwettbewerb gehen unzählige Beiträge von zahlreichen talentierten Nachwuchsfilmemachern ein, die völlig neue und spannende Ideen haben. Es ist großartig zu sehen, wie sie all diese Ideen zum Leben erwecken.

Deine Kurzfilme sind unglaublich und wurden auf YouTube millionenfach angesehen. Was ist deiner Meinung nach der Schlüssel dazu, bei begrenzter Laufzeit unterhaltsame Inhalte zu schaffen?

Ich denke, unabhängig von der Laufzeit liegt der Schlüssel immer darin, zu verstehen, welches Erlebnis du deinem Publikum vermitteln möchtest und wie du das erreichen kannst. Ganz gleich, ob du ein Thema vermitteln, einen Standpunkt deutlich machen oder einfach unterhalten möchtest: Wenn du dein Publikum nicht packen und ihm ein Erlebnis bieten kannst, wird dein eigentliches Ziel letztlich nicht erreicht.

Was ist dein Ausgangspunkt, wenn du ein neues Projekt beginnst? Wie kommst du in Gang, was treibt dich voran?

Das ist jedes Mal anders. Manchmal ist es die Vorstellung von einer bestimmten Stimmung, die ich erzeugen möchte, einer Sequenz, die ich drehen will, einer Figur oder eines Themas. Es geht darum, diesen einen Kern zu finden – den ersten Keim einer Idee, der dich begeistert – und ihn dann zu pflegen und zu deinem fertigen Projekt wachsen zu lassen.

Film Riot ist eine wahre Goldgrube an Lehrmaterial für Filmemacher – welches von dir erstellte Video hältst du für das wertvollste und warum?

Ich könnte wirklich nicht sagen, welches das wertvollste ist. Schließlich zieht jeder aus unterschiedlichen Inhalten einen anderen Nutzen – abhängig von seinen Interessen und seinem Erfahrungsstand. Wir haben gerade eine Folge mit dem Titel How to make a Short Film veröffentlicht, die meiner Meinung nach für Nachwuchsfilmemacher sehr hilfreich ist. Darin gehe ich auf verschiedene Dinge ein, die ich in den mehr als 15 Jahren gelernt habe, in denen ich Kurzfilme produziere. Vom Schreiben bis zur Fertigstellung des Films – einfach eine ganze Reihe von Dingen, die mir geholfen haben, meine Geschichten deutlich wirkungsvoller zu gestalten.

Zum Schluss: Welchen Rat hast du für die Teilnehmer dieses Jahres?

Das Wichtigste ist, die Menschen, die mit dir arbeiten, zu respektieren und sehr gut mit ihnen umzugehen. Ihr seid ein Team. Ihr solltet eine leidenschaftliche Gruppe von Menschen sein, die zusammenkommt, um dieses Projekt zu verwirklichen – niemand steht über jemand anderem. Ihr seid eine Familie, die gemeinsam eine Geschichte erzählt. Wenn ihr das schafft, zusammenkommt, euren Mitstreitern vertraut und gemeinsam arbeitet, wird es tausendmal besser, als wenn du dich am Set wie ein Diktator aufführst.

Mehr über My RØDE Reel und die Juroren dieses Jahres erfahrt ihr auf der Website.