Meine RØDE Reel-Gewinner von damals: Wo sind sie heute? – Leopold Caggiano, Bester Soundtrack 2015 und Beste Kamera 2016
Aufgepasst, Filmemacher! My RØDE Reel ist 2019 wieder da! Mit Preisen im Wert von über 1 Million Dollar, noch mehr Überraschungen und mehr Chancen, gesehen zu werden, ist der weltweit größte Kurzfilmwettbewerb größer denn je.
Wenn du darüber nachdenkst, dieses Jahr teilzunehmen, gibt es wohl keinen besseren Weg, Inspiration zu finden, als auf einige unserer früheren Gewinner zurückzublicken und zu sehen, wie weit sie seit dem Wettbewerb gekommen sind.

Leopold Caggiano hat nicht nur einmal, sondern gleich zweimal einen My RØDE Reel-Preis gewonnen. Das erste Mal war 2015, als er für Dear Susie, einen cleveren Film über einen obsessiven Romantiker, den Preis für den besten Soundtrack gewann; im darauffolgenden Jahr dann mit Saturday, einem urkomischen Kurzfilm über das eintönige Wochenende eines einsamen Mannes. Sieh dir beide Filme unten an und erfahre, was Leo seit seinem Sieg gemacht hat.
Erzähl uns von deinen preisgekrönten Filmen!
Der entscheidende Wendepunkt für mein Leben und meine Karriere war immer Dear Susie.
Der Kurzfilm – eine obsessive Liebesgeschichte zwischen einem italienischen Jungen und einem amerikanischen Mädchen – ist eine Briefroman-Erzählung über die Unfähigkeit, eine Beziehung von Grund auf aufzubauen. Es ist eine von mir geschriebene, inszenierte und gespielte Komödie – mein Debüt als Kurzfilmregisseur. Außerdem war ich bei dem Projekt als Kameramann und Cutter tätig. Ich schrieb den Kurzfilm speziell für den Wettbewerb, weil ich mich bei der Regie meiner ersten sehr kurzen Geschichte herausfordern, eine Geschichte ganz ohne Dialog drehen und weiter mit meiner neu gegründeten Crew arbeiten wollte, die aus sehr talentierten Freunden bestand. Außerdem markierte der Kurzfilm den Beginn meiner Zusammenarbeit mit den Leuten von Pink Elephant, die den Preis für den besten Soundtrack möglich machten.
Die Idee zum Film entstand aus wahren Begebenheiten: Vor Jahren schrieb ich während meines Studiums in Mailand tatsächlich einen Brief an ein Mädchen, das ich in einem Zug kennengelernt hatte, und sah sie danach nie wieder. Die Erinnerung an diesen seltsamen, aber lustigen Moment gab den Anstoß zum Schreiben, und die Vorstellung von falschen Briefen an ein Mädchen, das ich niemals für mich gewinnen konnte, fühlte sich ganz natürlich an. Ich schrieb den Film in einer Nacht, und diese Briefe bilden das gesamte Drehbuch.
Vom Schreiben bis zur Fertigstellung wurde der Kurzfilm in nur drei Wochen realisiert. In dieser Zeit mussten wir viele kreative Lösungen finden, um die Arbeit trotz fehlenden Budgets und zahlreicher Drehorte zu bewältigen. Es war ein Abenteuer, das dadurch möglich wurde, dass wir einander jedes Mal vertrauten und an unsere Fähigkeit glaubten, aus jeder Situation das Beste herauszuholen.
Was hast du durch deine Teilnahme gelernt?
Damals – es war 2015 – war ich dabei herauszufinden, welche Rolle in diesem Beruf mir am meisten Freude machte. Ich beschloss, bei dem Film an jedem Aspekt zu arbeiten, an dem ich konnte, außer im Audiobereich und bei den Kostümen, in denen ich nur sehr wenig Erfahrung hatte. Was ich in dieser Zeit lernte, war, wie viel Freude mir die Arbeit mit Schauspielern machte, wie sehr ich über die Geschichte und die durch gut gemachte Einstellungen erzeugten Emotionen nachdachte und wie wichtig alles ist, was den Film selbst umgibt – etwa Marketing, Vertrieb, Backstage-Fotografie und -Video und vieles mehr.
Was hat der Gewinn für deine Karriere bewirkt?
Der Gewinn hat mein Selbstvertrauen enorm gestärkt! Es war der erste Schritt auf einem Weg, von dem ich wusste, dass er lang und schwierig sein würde. Dass der Preis in der Vita des Kurzfilms auftauchte, half dabei, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen, für weitere Festivals ausgewählt zu werden, zusätzliche Auszeichnungen zu erhalten und dank der Unterstützung den darauffolgenden Kurzfilm zu realisieren.
Und woran arbeitest du heute?
Manchmal erreicht man im Leben seine Ziele und Träume beginnen, wahr zu werden. Seit Dear Susie arbeite ich hauptberuflich als Regisseur und Produzent an vielen verschiedenen Projekten, die von einem starken Fokus auf das Erzählen von Geschichten geprägt sind.
Ich schrieb und inszenierte meine erste Kurzfilmtrilogie mit dem Titel The Trilogy Of Solitude. Saturday und Dear Susie sind die ersten beiden Kapitel, doch der dritte Teil, How To Save Your Darling, war eine völlig neue Erfahrung: Gemeinsam mit zwei jungen Produktionsfirmen arbeitete ich zum ersten Mal an einem Film in Rom, der Hauptstadt des italienischen Kinos. Der Kurzfilm ist eine Komödie über die Kunst, in einer Partnerschaft zu leben – oder besser gesagt: über das gemeinsame Lösen von Problemen, die man allein gar nicht hatte.
Durch den Vertrieb wurde der Film weltweit gezeigt, von Venedig über Los Angeles bis nach China. Beim Grand Off Film Festival in Warschau, dem wichtigsten unabhängigen Kurzfilmfestival Europas, gewann er den Preis für den besten Schnitt. Heute wird der Film noch immer in Kinos gezeigt und bald auch online verfügbar sein.
Meine Kurzfilme eröffneten mir alle möglichen Erfahrungen, doch eine davon hat mich besonders begeistert: die Zusammenarbeit mit Riva Motoscafi, dem Ferrari der Meere. Das Unternehmen kontaktierte mich, um einen Kurzfilm über den Ingenieur Carlo Riva, den historischen Gründer des Unternehmens, zu schreiben und zu inszenieren. Seine legendäre Geschichte wurde ein Jahr nach seinem Tod mit dem Kurzfilm The Master Bridge gewürdigt.
Ich wurde gebeten, die innovative Philosophie des Unternehmers durch einen fiktionalen Film zu erzählen, ohne Bezug zur dokumentarischen Ästhetik. Das Ergebnis ist die Geschichte einer Reise, auf der ein kreativer junger Mann eine Welt voller Exzellenz und Leidenschaft entdeckt. Der Film spielt auf der historischen Werft in Sarnico hier in Italien, die wie ein majestätisches Boot selbst in den See hinausragt.

Leo am Set von „The Master Bridge“.
Im Laufe der Jahre habe ich viel Branded Content für Unternehmen produziert und dabei gelernt, meine Erzähltechniken an die Bedürfnisse meiner Kunden anzupassen. Besonders stolz bin ich auf die Kurzfilmreihe, die ich für ZEISS geschrieben, inszeniert und produziert habe – ein Unternehmen, das in unserer Branche vor allem für seine herausragende Kompetenz in der Linsenfertigung bekannt ist. Auch bei Brillengläsern gehört ZEISS zu den führenden Anbietern. Die Marke glaubte daran, Storytelling einzusetzen, um eine Botschaft zu vermitteln, ohne direkt über ihre Produkte zu sprechen. Ich hatte die Freiheit, Leichtigkeit und Realismus als Leitbegriffe für das gesamte Projekt zu wählen – ein roter Faden, der von einem ironischen, leichten, aber niemals oberflächlichen Erzählstil durchzogen ist.
Abgesehen davon hat mich meine Liebe zu den Menschen und zum Realismus dazu gebracht, viel zu erkunden. So drehte ich drei kurze Dokumentarfilme auf Sardinien, einer italienischen Region, die noch immer an ihren jahrhundertealten Traditionen festhält. Mein Freund Andrea Pecora und ich erkundeten das Herz dieser Region, um über ihre vom Aussterben bedrohten Bräuche zu sprechen. Die Kurzfilme wurden von National Geographic und Nowness in ihre Kanäle aufgenommen und erreichten in der ersten Woche nach ihrer Veröffentlichung mehr als eine Million Aufrufe.
Nach My RØDE Reel 2015 habe ich viele großartige Erfahrungen gemacht. Ich bin dem Wettbewerb und seiner wunderbaren Community so dankbar, dass ich plane, dieses Jahr mit einem neuen Kurzfilm wieder teilzunehmen – während ich die Produktion meines ersten Spielfilms vorbereite und das Drehbuch für meine erste Fernsehserie fertigstelle.
Mehr über My RØDE Reel erfahren und deinen Kurzfilm einreichen kannst du auf der Website. Die Einreichungsphase läuft bereits und endet am 28. August 2019 – also ran an die Kamera!