Aufnahme eines Streichquartetts

In der Welt der Tonaufnahme stellt jedes Motiv und jedes Szenario neue Herausforderungen dar. Das bedeutet, dass Produktionsteams ihre Technik und Vorgehensweise häufig anpassen müssen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Musikaufnahmen stellen besondere Anforderungen, insbesondere im Bereich der klassischen Musik, bei der es unzählige Nuancen einzufangen gilt. 

Die Aufnahme eines Streichquartetts, bei der jedes Instrument zur Geltung kommt, ohne den Rest der Gruppe zu übertönen, erfordert sorgfältige Überlegungen und einen präzisen Aufbau des Aufnahme-Equipments. Hier sehen wir uns an, was Sie berücksichtigen sollten. 

Streichquartette verstehen

Ein Streichquartett besteht aus zwei Geigern, einem Cellisten und einem Bratschisten. Als erster Komponist, der wirklich für diese Art von Ensemble schrieb, gilt Joseph Haydn, der dazu beitrug, dem Streichquartett seinen festen Platz in der Kammermusikwelt zu sichern.

Ein Streichquartett wird üblicherweise in einem Halbkreis aufgestellt, mit den beiden Violinen auf der linken Seite, gefolgt von der Bratsche und dem Cello am gegenüberliegenden Ende. Die erste Violine spielt traditionell die Melodie im höheren Register, während die andere Violine für die Harmonie im tieferen Register zuständig ist. 

Obwohl die Bratsche und die zweite Violine ebenfalls als Solisten hervortreten können, übernehmen im Allgemeinen die erste Violine und das Cello die Führung. Doch anstatt dass ein einzelner Musiker im Mittelpunkt steht, muss ein Quartett eine intuitive Verbindung zueinander haben, um als ein Ensemble zu spielen. 

„In manch anderer Musik kommen die Menschen einfach zusammen und spielen, aber in einem Streichquartett muss man – wie in jedem Ensemble – zu einem Organismus werden“, bemerkte Professor Alan Wing von der University of Birmingham. „Das ist bemerkenswert.“

Ein Streichquartett mikrofonieren

Um den vollmundigen Klang eines Streichquartetts einzufangen, gibt es mehrere Dinge zu beachten. Da das Quartett in der Regel sehr eng beieinander sitzt, kann eine Aufnahme mit guter Stereolokalisation schwierig sein, ohne sehr nah heranzugehen.

Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt John Eargle in seinem „Handbook of Recording Engineering“, die Musiker mit größerem Abstand aufzustellen und eine koinzidente (X/Y)-Mikrofonanordnung etwa 2,5–3 Meter über dem Boden zu positionieren. 

Je nach Situation und Umgebung, in der Sie aufnehmen, kann die Wahl der Richtcharakteristik des Mikrofons die charakteristischen Klangeigenschaften des Ensembles beeinflussen. So könnte beispielsweise ein Paar Studio-Mikrofone mit Achtercharakteristik wie das RØDE NT2-A (mit variabler Richtcharakteristik) für ein besseres Raumgefühl sorgen und zugleich etwas Umgebungsgeräusch aufnehmen, was zu einem natürlicheren Klang beiträgt. 

Alternativ können Sie auf ein Bändchenmikrofon wie das RØDE NTR zurückgreifen und dessen Absenkung der hohen Frequenzen nutzen, um ein echtes Gefühl von Raum und Entfernung zu erzeugen, während das geringe Eigenrauschen den Klang detailreicher einfängt. 

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Nieren-Mikrofonen wie dem RØDE M5. Als kompaktes Mikrofon mit einer Halbzoll-Kapsel erzeugt das M5 ein geringes Eigenrauschen und bietet zugleich einen vollständigen Frequenzgang. Dieser permanent polarisierte Kondensator bietet sowohl bei Live- als auch bei Studioaufnahmen eine erstklassige Leistung. Das M5 wird als abgestimmtes Paar geliefert, das mit größter Sorgfalt ausgewählt wurde, um sicherzustellen, dass die Empfindlichkeit zwischen den Mikrofonen um nicht mehr als 1 Dezibel variiert – ideal für einen Stereo-Mikrofonaufbau in X/Y-Konfiguration. 

Für eine einfache Einrichtung empfehlen wir die RØDE Stereo Bar, mit der Sie die Mikrofone im rechten Winkel übereinander befestigen können, sodass der Schall beide Kapseln gleichzeitig erreicht. Dies hilft, Phasenprobleme und spätere Schwierigkeiten bei der Monokompatibilität zu vermeiden.